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AGR - Austrian Glas Recycling


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40 Jahre

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Die unheimliche Geschichte

Uroma-Glas lebt fünf aufregende Leben, doch dann passiert es!

Wir schreiben das Jahr 2060. Ein junges Gläschen kuschelt sich in seinen Polster. Opa-Glas deckt es zu. Enkel-Gläschen fordert eine Gute-Nacht-Geschichte.

E: Opa-Glas, Opa-Glas, erzähl mir eine Geschichte. Du hast es mir versprochen!

O: Eine Geschichte? Welche Geschichte denn, liebes Enkel-Gläschen?

E - denkt nach: Die unheimliche Geschichte.

O: Wirklich? Die von früher. Aber da wirst du wieder schlecht träumen.

E: Nein, bestimmt nicht, Opa-Glas. Ich versprech‘ es.

O schmunzelt: Na hoffentlich kannst du das Versprechen einhalten.

E: Bestimmt. Ich weiß ja schon, dass uns das nicht passieren kann.

O: Also gut. Es war im Jahr 2010. Uroma-Glas war damals gerade mal 47 Jahre alt. Und sie hat schon viel erlebt. Zuerst als großes Glas für viele gute Gurken,

E: dann als kleines Glas für köstliche süsse Marmelade,

O: als elegante Flasche für weißen Wein und

E: - darauf war sie besonders stolz -

O: Ja, genau. Darauf war sie besonders stolz: als wunderschöne Flasche für prickelnden Sekt.Aber alles der Reihe nach. Als Gurkenglas war sie in einem Gasthaus. Die Wirtsleute holten die Gurken mit einer großen Zange aus ihr heraus. Danach kam ein Deckel drauf und die übrigen Gurken wurden von Uroma-Glas so gut geschützt, dass sie ganz knackig und frisch blieben. Die letzte Gurke schmeckte genauso gut wie die erste.

E: Als Uroma-Glas dann leer war, kam sie mit vielen Verwandten zur Glasfabrik.

O: Du kennst die Geschichte schon so gut, ich muss sie gar nicht erzählen.

E - zieht die Decke noch höher zu seinem Kopf: Oja, Opa-Glas, erzähl! Was war dann?

O: In der Glasfabrik passierte ganz viel. So wie heute auch. Aus Uroma-Glas wurden Uroma-Scherben. Alles, was nicht verwandt war, wurde von Menschen und Maschinen weggegeben und dann kamen alle Gläser in den wunderbaren Schmelzofen zur Verwandlung. Aus Uroma-Scherben wurdeE: die Uroma-Weißweinflasche!

O: Zuerst war sie bei einem Winzer. Der füllte Wein in sie. Und dann war große Party.Eine Hochzeit mit ganz vielen Menschen.

E - schon ein wenig schläfrig: Dort war sie der Mittelpunkt.

O: Nun ja, fast. Sie hat sich jedenfalls so gefühlt. Aber ich denke, das Brautpaar war ein wenig mehr im Mittelpunkt. Das Weißweinflaschenleben von Uroma-Glas war ziemlich kurz.

E: Aber es folgte das Sektflaschenleben.

O: Das stolze Sektflaschenleben. Sie passte ganz besonders gut auf das noble Getränk auf. Du weißt ja schon: damit die Kohlensäure prickelnd bleibt, braucht es eine ganz besondere Hülle. Uroma-Glas war damals kräftiger gebaut und dennoch schlank. Ich bin sicher, dass sie sehr schön gewesen ist.

E: Erzähl von dem Flaschenringelspiel!

O: Flaschenringelspiel? Was meinst du?

E: Wo die Flaschen gedreht werden.

O: Ach so, ja! In der Sektkellerei war das. Da lagen ganz viele Glasflaschen und wachten wie Uroma-Glas darauf, dass aus Wein Sekt wurde. Und dazu wurden sie alle regelmäßig von einem Kellermeister gedreht. Ganz schnell und immer exakt eine Vierteldrehung nach rechts.

E: Ist Uroma-Glas schwindlig geworden?

O: Nein, es hat ihr Spaß gemacht. Und sie hat nach jeder Drehung etwas anderes gesehen. Im Sektkeller hat es Uroma-Glas überhaupt gefallen. Sie hat viele Freundinnen gehabt. Und sie ist sich sehr wichtig vorgekommen.

E: War sie ja auch.

O: Genau! Nach 2 Jahren war der Sekt richtig gut prickelnd und Uroma-Glas kam in den Supermarkt.

E: Von dort hat ein Mann sie mit nach Hause genommen. Er hat ihr eine Blume gegeben.

O lächelt: Ja, der junge Mann hat Uroma-Glas mit einer roten Rose geschmückt und ihr zwei elegante Sektgläser zur Seite gestellt. Im Kerzenlicht strahlten die drei um die Wette. Dieser Abend hat Uroma-Glas besonders gut gefallen.

E: Am nächsten Tag war sie leer.

O: Und wurde zum Glasbehälter gebracht. Ohne Rose, versteht sich.

E: Und dann kam wieder die Verwandlung im Glaswerk.

O: Und Uroma-Glas wurde ein Senfglas.

E rollt sich ganz fest in seine Decke,

O streichelt sanft über seinen Kopf

O: Und nun verliert sich ihre Spur. Wir wissen nur, dass sie zwar leer war, aber nicht zu einem Glasbehälter gebracht wurde.

E zittert ein wenig.

O: Wir müssen annehmen, dass sie zum Restmüll gegeben wurde.

E: und in eine Müllverbrennungsanlage kam. Mit ganz viel grauslichem Schmutz. Arme Uroma-Glas.

O - streichelt E weiter: So war das früher einmal.

E: Jetzt kann das nicht mehr passieren. Jetzt werden wir alle immer zum Altglas gegeben.

O: Und aus uns wird neues Glas. Jetzt schlaf schön, liebes Enkel-Gläschen.

E - murmelt schlaftrunken: neues Glas, Sektflasche

O lächelt, dreht das Licht ab und lässt das schlafende Enkel-Gläschen vom Sektflaschenleben träumen.